Schaue ich auf den ersten Beitrag hier im Blog, dann ist dieser auf den 4. März 2005 datiert. Dieses Blog feiert heute also seinen 19.ten Geburtstag. Wenn man es weiterhin als Blog sehen möchte, dann ist es schon ein biblisches Alter, wie ich finde.
Die klassischen Blogs sind ja schon etwas weniger geworden in all den Jahren, was angesichts der heutigen Möglichkeiten für mich gut nachvollziehbar ist. Auch dieses Blog hat sich nach den Anfangsjahren stark gewandelt, von meiner privaten Spielwiese mit Techgelüsten zu meiner einzigen Berufung, der Bloggerei über Technik und alles, was mich interessiert.
Vom Blog ging es dann eher Richtung Newsseite mit mehreren Autoren. Nein, das habe ich niemals bereut, alles ist gut, wie es ist. Die Grenzen sind doch eh fließend. Hier wird es immer die persönlichen Anmerkungen der Autoren geben.
Es ist nicht immer leicht, aktuell schon gar nicht – aber dennoch habe ich super viel Spaß, jeden Tag mit dem Team hier im Blog aktiv zu sein. Das ist ein echtes Privileg für mich, das machen zu dürfen, auch wenn es eben – gefühlt – nicht leichter wird.
Das hat nicht zwingend mit den Themen zu tun. Aber wenn man den ganzen Tag im Netz herumirrlichtert, dann fragt man sich ab und an, wohin manche Dinge führen. Big Tech dominiert fast alle Teile des Netzes und Verlage und auch Blogs wie das unsere fragen sich, was Google wohl als Nächstes anstellt.
Ein Peitschenknallen seitens Googles undurchsichtiger Algorithmen und schon können ganze Existenzen gefährdet sein. Aber was beklage ich mich, das ist ein Schicksal, welches sich viele, inklusive meiner Wenigkeit, eben ausgesucht haben.
Teilweise ebenso schlimm empfinde ich die Diskussionskultur, die keine Räume mehr für Gespräche lässt. Es gibt Schwarz und Weiß, mehr nicht. Kein Diskurs, kein Grau, wenig Eingestehen eigener Fehler oder gar Akzeptieren anderer Meinungen und Ansichten.
Wenn man damit tagtäglich im Netz konfrontiert ist, dann kann man schon müde werden und an den Menschen zweifeln. Ein bisschen mehr Empathie und weniger moralisches Erheben würde vielen gut zu Gesicht stehen. Die oft zitierten „unbequemen Wahrheiten“ sind oft gar nicht mal unbequem – sie zeigen nur die Bequemlichkeit des Aussprechenden, sich mit anderen Sichtweisen zu befassen.
Ich stand hier oft schon vor der Entscheidung, die Kommentarfunktion komplett zu deaktivieren. Bislang tat ich es nicht. Aufgrund der absolut guten Typen, die hier eben auch kommentieren. Die jede Diskussion bereichern, Tipps geben und helfen – nicht kommentieren um des Kommentierens willen.
Beispiel: „Nutze ich eh nicht„. Das ist nicht hilfreich und es wird auch sicherlich niemanden interessieren, welcher Leser etwas nicht nutzt. Interessant wäre doch dann das „Darum nutze ich es nicht.“ Auf der anderen Seite muss man sich dann natürlich auch Zensurvorwürfe anhören, wenn man irgendeinen (anonymen) Kommentar in die Tonne schiebt. Aber so ist das halt, wenn man mit vielen Menschen in einem Blog aktiv ist. Da kommt dann eben vieles rein und letzten Endes weiß man nicht, wer am anderen Ende ist. Feststeht aber, dass bei einigen Themen die Kommentarfunktion vielleicht ausgemacht wird (wenn es eskaliert). Dennoch halte ich fest: Die meisten Kommentatoren sind gute Typen und halten sich an das, was man vielleicht unter Netiquette verstehen will.
19 Jahre. Ich habe echt noch Bock. So schlecht kann es mir mental gar nicht gehen, dass ich nicht auf der Matte stehe. Hier werden wir auch weiterhin, neben den üblichen Themen, weiterhin über das berichten, was wir wollen – und was die Zeit und Zukunft bringt. Alles kann, nichts muss. Kein Clickbait, kein Bullshit.
Wobei bei der Themenvielfalt und der Masse an Lesern da natürlich jeder seine eigene Definition hat. Ich setze hier kein Expertenwissen voraus, ich möchte weiterhin so schreiben, dass die meisten es nachvollziehen können. Auf Augenhöhe, was natürlich schwer ist, wenn man sein Gegenüber nicht kennt. Dem einen ist es dann zu seicht, dem anderen zu gehaltvoll oder schwierig. Auch eingeschobene Scherze sind immer so ein Ding, die erkennt nicht jeder – und natürlich gibt es, wenn auch seltener als auf Social Media) die Berufsempörten-Fraktion, die alles falsch verstehen will, damit sie sich moralisch über jemanden stellen kann („DU TUST HASS SPRECHEN!!!).
Ich will jedenfalls auch morgens in den Spiegel schauen können, ohne dass ich mich für Geschriebenes schäme. Ich sehe unsere Beiträge auch aus Lesersicht und möchte mich nicht über Müll-Content ärgern: „Ihr glaubt nicht, welches krasse Feature diese App für Android oder iOS bekommen hat, ich habe fast geweint“.
Wie das Blog entstand, das habe ich schon oft aufgeschrieben hier – das erspare ich alten Lesern und verweise für die neuen lediglich auf den Beitrag zum 10. ten Geburtstag. Auch wenn ich weiß, dass jeder Autor (inklusive mir) auf jedweder Seite austauschbar ist, es den meisten Lesern vermutlich egal ist, wer ihnen einen Inhalt in Textform präsentiert, so möchte ich doch „Danke“ sagen. Nicht nur an meine Mitstreiter hier im Blog (hallo Olli, André, Felix, Benjamin und Gelegenheits-Autor Mike), mit denen ich mehr Zeit verbringe als mit anderen Menschen – sondern und vor allem auch ein dickes Dankeschön an unsere Leser. Danke, dass ihr reinschaut, ob schon lange oder frisch hinzugekommen, ob oft lesend oder selten. Wo ihr uns lesen könnt, das erfahrt ihr auch da: